Spirit Camera – Das verfluchte Tagebuch

Spirit Camera Header
Im Jahr 2012 erschien ein Horror-Titel der neuen Generation für den Nintendo 3DS, der das Spielgeschehen von der Mattscheibe in die eigenen vier Wände verlegte und somit ein neues Spielerlebnis bot, dass für noch mehr Adrenalin und Gänsehaut sorgen sollte.

Mit dem Titel Spirit Camera brachte man einen Horror-Titel auf den Markt, der mithilfe der Nintendo 3DS Technologie den klassischen Spielablauf komplett veränderte. Bei diesem Spiel geht es nicht nur um die Optik die in 3D erscheint, sondern auch darum, dass man selber mitten im Spielgeschehen ist.

So verläuft die Story hauptsächlich in den eigenen vier Wänden statt in einer fiktiven Welt und auch der Protagonist wurde gegen das reale Selbst eingetaucht. Weswegen dieser Ableger der Project Zero Reihe neue Maßstäbe setzt und neugierig auf mehr macht.

Zur Story (Achtung Spoilergefahr)

Man sagt es sei eine Legende. Eine moderne Sage. Es geht um ein violettes Tagebuch. Die Leute behaupten, dass die erste Seite des Tagebuchs leer sei. Doch sollte Schrift auf dieser Seite auftauchen und man würde die geschriebenen Wörter lesen, so sei man verflucht.

Die Frau in Schwarz würde einen holen und einem die Augen und dem Mund nehmen. Wenig später würde dann eine Leiche auftauchen, eine Leiche ohne Gesicht.

Mit dieser Sage beginnt die Story des Spiels und sie legt gleich nach. Denn sobald man wieder in seinem Wohnzimmer ist, erfährt man, dass man die Kamera Obscura (der Nintendo 3DS) und das violette Tagebuch (das AR-Buch) besitzt. Letzteres wurde euch vor Kurzem mit der Post, ohne Absender, zugesandt.

Habt ihr dann die ersten Instruktionen des Spiels befolgt, kann es auch schon losgehen und ihr findet euch inmitten eines alten Gemäuers wieder, dass einem Gänsehaut verschafft. Schnell fragt man sich, ob man das Tagebuch nicht doch besser in Ruhe gelassen hätte. Der Ausflug nimmt aber ein schnelles Ende und ihr kommt wieder in eurer sicheren Wohnung an.

Allerdings scheint diese gar nicht mehr so sicher, denn ihr seid nicht allein und trefft auf den Geist einer jungen Frau. Ihr scheint aber Glück im Unglück gehabt zu haben, denn Maya ist nicht rachsüchtig. Sie versucht nur mit eurer Hilfe heraus zu bekommen was es mit dem Tagebuch und der Frau in Schwarz auf sich hat, vor der sie sich so lange versteckt hat.

Problematisch ist nur, dass Maya nicht gerade die größte Hilfe ist, da sie sich an nichts mehr erinnert. Somit fangt ihr wieder bei null an und versucht nun mit Hilfe der Kamera Obscura und dem violetten Tagebuch die Geheimnisse zu lüften. Dabei solltet ihr euch allerdings vor einigen anderen Geistern in acht nehmen, die nun nach und nach in eurer Wohnung auftauchen.

[collapse]

Das Spiel wird mithilfe der Kameras gespielt, die fest in den Nintendo 3DS verbaut sind, wodurch es die Umgebung wahrnimmt, Bewegungen gesteuert und Fotos gemacht werden. Dazu kommt, dass für verschiedene Handlungen das violette Tagebuch, also das AR-Buch benötigt werden.

An dieser Stelle übrigens mal ein kurzer Hinweis von mir, ich sehe oft, dass Spirit Camera online angeboten wird. Allerdings nur die Cartridge. Von solchen Angeboten solltet ihr in diesem Fall allerdings Abstand nehmen, denn ohne das AR-Buch ist die Cartridge praktisch nicht zu gebrauchen.

Prinzipiell ist die Handhabe somit recht simple. Zumal diese mehr als ausführlich im Spielverlauf erklärt wird und anhand kleiner Symbole zu erkennen ist, was ihr als Nächstes tun solltet. Allerdings gibt es einen Haken. Denn um ein gutes Spielerlebnis zu erreichen, sollte der Raum, indem ihr Spirit Camera spielt gut ausgeleuchtet sein, da sonst unter Umständen die Kamera nicht reagiert. Abgesehen davon ist das Handling mit dem AR-Buch manchmal nicht ganz so einfach, da es schließlich nur ein Booklet aus etwas dickerem Papier ist und die Seiten somit oftmals nicht ideal liegen. Abgesehen davon ist das Spiel aber grundsätzlich kinderleicht zu bedienen.

Spirit Camera ist wie bereits erwähnt so ausgelegt, dass es auf eure Bewegungen reagiert. Somit empfiehlt es sich auch, das Abenteuer tatsächlich im Stehen zu genießen, da gerade die Geister aus allen Himmelsrichtungen angreifen können, weswegen es euch nicht weiter bringt, wenn ihr einfach alles aussitzt.

Auch grafisch kann sich Spirit Camera durchaus sehen lassen. Das liegt sicherlich nicht nur an den Bildern selbst, sondern an den tollen Effekten, die wir in einer Mischung aus Realität und Fiktion geboten bekommen. Eine Mischung, die sicherlich auch noch einmal zur Atmosphäre des Spiels beiträgt. Die zusätzlich noch von der effektvollen Geräuschkulisse unterstützt wird die uns umgibt.

Und wo wir gerade beim Sound sind: Das Spiel verfügt über eine Sprachausgabe. Wobei nur Teile der einzelnen Parts eingesprochen sind und dies auch nur auf Englisch.

Mein Fazit: Sicherlich wird der eine oder andere meinen Derzeit im Test Bericht zu Spirit Camera gelesen haben. In diesem war ich noch total von dem Spiel angetan und konnte absolut nicht sagen, warum es oftmals so schlecht abgeschnitten hat. Zu meinem Bedauern ist mir mittlerweile aber klar geworden, was die Gründe dafür sind.

Ein Punkt in meinem Test war es, dass ich glaubte, erst einen Bruchteil des Spiels gesehen zu haben. Diese Annahme entpuppte sich aber schnell als Irrtum. Denn leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits ca. die Hälfte des Spiels hinter mir gelassen. Was wirklich schade ist, da das Spiel dadurch nur eine ca. Spielzeit von 4 Stunden aufweist, was doch recht wenig ist.

Dazu kommt, dass das Spiel nur unter guten Lichtverhältnissen spielbar ist und auch nur wenn das AR-Buch richtig liegt. Ansonsten kann es sich schon mal als recht kniffelig erweisen weiter zu kommen.

Meiner Meinung nach ist das größte Manko allerdings, dass der Endkampf unverhältnismäßig in die Länge gezogen wurde und im Verhältnis zum Spiel selbst brutal schwer wird.  Das bedeutet, dass man für das letzte Gefecht viele Niederlagen und eine Menge Zeit einkalkulieren sollte. Böse Zungen könnten behaupten, dass das Spiel an dieser Stelle unfair wird. Wer es dann geschafft hat, den Abspann zu erblicken, der sieht noch eine kurze Sequenz von ca. 2 Minuten und bekommt die Nachricht, dass er nun eine erweiterte Version der Story freigeschaltet hat.

Welche Unterschiede diese beinhaltet und was sie genau kann, kann ich allerdings nicht sagen, da mich der Bosskampf so frustriert hat, dass ich Schnauze erst einmal gestrichen voll habe.

Abgesehen davon hat das Spiel ein tolles Konzept und eine schöne Atmosphäre. Es macht Spaß einfach mal selbst die Rolle des Protagonisten zu übernehmen und die einzelnen Abenteuer in einer gewohnten Umgebung zu erleben.

Allerdings ist ein längeres Spiel am Stück fast unmöglich, da einem schnell die Arme schwer werden, weswegen immer wieder kleine Pausen eingelegt werden sollten.

Wer dennoch Lust dazu bekommen hat die Kamera Obscura zu zücken und in ein kurzweiliges Abenteuer zu starten, dem kann ich den Titel empfehlen, der mittlerweile auch schon recht günstig zu erwerben ist.

Der Beitrag vorgelesen:

You may also like...