Weniger TV, dafür mehr Videospiele

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So oder so ähnlich hätte auch das Motto meines Kabelanbieters heißen können. Denn das beschreibt meinen momentanen Lebensumstand ganz gut, dennoch sollte ich vielleicht einfach mal am Anfang beginnen.

Ich wohne in einer Altbauwohnung. Diese Worte in Kombination, wobei in diesem Fall ganz besonders das erste Wort, lassen bereits darauf schließen, dass einige Dinge innerhalb der Wohnung veraltet sind und bei Gelegenheit erneuert werden müssen. In diesem Fall unser Kabelanschluss.

Grund dafür war, dass das Fernsehsignal immer wieder für kurze Zeit ausgefallen ist oder gestört wurde. Einige meiner Nachbarn fühlten sich davon wohl massiv in ihrer „wir hängen gern vor der Glotze“ Zeit gestört, weswegen unserer Hausverwaltung mehrfach über diesen Sachverhalt informiert wurde.

Dies führte zu dem Umkehrschluss, dass unsere Kabelanschlüsse im ganzen Haus erneuert werden mussten. Die Misere begann bereits damit, dass alle Mieter des Hauses einen Zugang zur Wohnung gewähren mussten, was gar nicht so einfach ist, wenn man berufstätig ist und die nächste Verwandtschaft über 120 km entfernt wohnt. Aber sei es drum, der Zugang zur Wohnung war schon einmal gesichert. Check.

Das Drama sollte an dieser Stelle aber noch nicht abreißen, sondern vielmehr gerade erst starten. Denn die Handwerker, die man schickte, waren offensichtlich nicht darüber informiert, dass es sich bei unserem Haus um einen Altbau handelte, weswegen sie ein wenig fluchend über das ganze Durcheinander und die nicht vorhandenen Schaltpläne ihre Arbeit aufnahmen.

Zu meinem Bedauern war mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar, dass unsere Anschlussbuchse, gar nicht die reguläre Anschlussbuchse war, sondern ein manuell gelegter Anschluss von einem der vorherigen Mieter. Das bedeutete, dass man den korrekten Anschluss erst einmal freilegen musste, der dummerweise verspachtelt war.

Da die Wand es gut mit den Handwerkern meinte, lies sie gleich noch etwas mehr Putz runter als notwendig, weswegen ich unter der neuen Anschlussbuchse nun eine ordentliche Macke habe. Sieht nicht schön aus, ist aber so.

Nun liegt die neue Buchse wesentlich weiter von unserem Fernseher entfernt, als die alte. Was wiederum die Folge hat, dass das TV-Kabel zu kurz ist. Ein Kabel in passender Länge hatte man natürlich nicht zur Hand. Man bot allerdings großzügig an, die alte Buchse wieder in Betrieb zu nehmen.

Mein kluger Vormieter hat aber nicht nur die originale Buchse zugespachtelt, sondern auch noch den Anschluss zu der neuen Buchse, hinter einer fest an der Wand montierten Holzleiste angebracht. Somit hätte diese Holzleiste komplett geöffnet werden müssen, um die Buchse wieder in Betrieb zu nehmen, weswegen man dankend ablehnte.

Also beschloss ich lieber ein neues, längeres TV-Kabel anzuschaffen. Nachdem ich dann aber die Preise gesehen habe, die jenseits von Gut und Böse lagen, wurde dieses Anliegen kurzerhand vertagt.

Aus diesem Grund habe ich aktuell kein TV-Programm. Sicherlich könnte man mir nun sagen, mein Gott dann kauf dir doch so ein blödes Kabel. Aber im Rückblick betrachtet, bin ich gar nicht böse darum. Denn seien wir mal ganz ehrlich. Wie läuft so ein klassischer Feierabend denn groß ab?

Man kommt von der Arbeit nach Hause und ist noch guter Dinge etwas zu erledigen. Trotzdem möchte man sich nur kurz für 5 Minuten setzen und einfach mal tief durchatmen. Aus diesen 5 Minuten, werden dann schnell 10 Minuten und dann ist da ja noch dieses bequeme Sofa und direkt vor der Nase die Fernbedienung. Also schaut man mal schnell, was gerade so läuft. Obwohl man sich durchaus bewusst darüber ist, dass es sich dabei um Schwachsinn handelt und man eh nichts Vernünftiges findet. Schwachsinn im TV ist ja heutzutage ganz normal.

Eigentlich ist man selbst auch der Meinung das die eigene Schmerzgrenze, in Bezug auf schwachsinniges TV-Programm, recht niedrig ist. Dennoch wird man jeden Tag eines Besseren belehrt. Die Grenze scheint nämlich wesentlich höher zu sein, als man zugeben möchte. Und so bleibt man also Abend für Abend bei schwachsinnigem Programm vor der Glotze hängen und lässt sich einfach nur noch berieseln, um nichts mehr zu tun. Weswegen die vielen Dinge, die man ja eigentlich noch hätte erledigen wollen, vertagt werden. So geht es dann die ganze Woche weiter. Und sind wir ehrlich zu uns selbst, bin ich sicherlich nicht die Einzige der es so geht.

Aus diesem Grund, bin ich im Rückblick wirklich ganz froh, aktuell kein TV-Programm zu haben. Denn ich kann mich nicht einfach aufs Sofa legen und mich berieseln lassen, weswegen ich wieder vielmehr dazu komme, meinen eigentlich Interessen nachzugehen. Wie den Videospielen.

Seitdem ich nicht mehr Tag für Tag die Füße hochlege, habe ich wesentlich mehr Spiel gespielt. Und ich gebe zu, dass ich nie auf die Idee gekommen bin, dass ich trotz Arbeit noch so viele Games meister. Trotzdem ist es eine Tatsache. Abgesehen davon wird mir zunehmend bewusst, wie viel Zeit ich auch für andere Dinge habe. Somit bin ich dem Kabelanbieter schon fast dankbar, dass sie mir gezeigt haben, dass auch ein Feierabend ohne TV möglich ist, um die Zeit für die eigenen Interessen wieder vollends zu genießen. Was mich dann wieder zu dem Punkt „Weniger TV und dafür mehr Videospiele“ bringt.

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    Wir haben schon vor 8 Jahren TV aus unserem Leben verbannt. Wenn etwas geschaut wird, dann nur via Stream. Prime Instant Video hat eine nette Auswahl. Wobei das für mich keine große Umstellung war. Als ich mit 16 daheim ausgezogen bin, hab ich gar nicht erst Kabel angemeldet und hatte meinen TV nur für meine Konsolen. MIch hat das noch nie interessiert. Erlebe sowas immer, wenn ich auf Familienurlaub bin. Da läuft am Abend Stunden das Ding. Gefällt mir nicht. Ist Mal ganz nett ein paar Tage, aber dauerhaft nicht mein Ding. Ich könnte nicht Abend für Abend vor der Glotze hängen. Nicht Mal im Familienurlaub halte ich das jeden Abend aus. Ich glaube so mancher wäre erschrocken, wenn er zusammenrechnet was er jede Woche vor der Glotze an Zeit lässt. Bei vielen sind es ja wirklich Stunden jeden Abend. Los geht’s um 6 Uhr mit den Nachrichten und irgendwann gen Geisterstunde geht das Ding aus.