Spirit Camera – Der virtuelle Horror fürs eigene Wohnzimmer

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In den letzten Jahren fällt mir immer mehr auf, wie sich mein eigenes Verhalten im Bereich Videospiele und dem damit verbundenem Interesse verändert hat. Früher war es noch so, dass ich mich sehr viel und sehr oft über Neuerscheinungen informiert habe. Heute passiert dies, wenn überhaupt noch, nur noch beiläufig oder eben gar nicht.

Ich glaube ein ausschlaggebender Punkt dafür ist, dass mein Hauptaugenmerk auf Titeln liegt, die ich tatsächlich spielen kann, da ich die nötigen Mittel, also die Konsole, zu Hause habe. Durch dieses Verhalten verpasst man allerdings auch einiges in der Spielewelt, die heute so umfangreich geworden ist, dass beinahe täglich ein neues Spiel auf den Markt kommt.

Schafft man sich dann eine neue Konsole an, so wie ich einen New Nintendo 3DS, besteht erst einmal Nachholbedarf. So bin ich also eines Abends beim Stöbern auf ein Spiel mit dem Titel Spirit Camera gestoßen. Schnell überflog ich die Worte und siehe da, es handelte sich tatsächlich um einen Ableger der Project Zero Reihe. Eigentlich reichten diese Worte schon aus, Project Zero, damit ich Feuer und Flamme war. Dennoch wollte ich noch einige Erkundigungen einholen, die mir aber ebenfalls zusagten. Somit stand die Entscheidung fest, das nächste Spiel würde Spirit Camera werden.

Den Titel habe kurzerhand für ca. 15,00 Euro im Internet ergattert. Wer mir dies gleichtun möchte, sollte allerdings darauf achten, dass das Booklet beiliegt, denn ohne dies ist das Spiel nicht spielbar.

Noch bevor es da war, habe ich das eine oder andere Review überflogen, indem der Titel aber in der Regel lediglich mittelmäßig abschnitt, was mir zu denken gab. Allerdings rief ich mir dabei immer wieder ins Gedächtnis, dass ich für 15,00 Euro sicher nichts falsch gemacht habe.

Als das Spiel dann endlich da war, stieg die Spannung und ich tauchte ab in ein virtuelles Horror Abenteuer in meinem Wohnzimmer.

Um ein brauchbares Spielerlebnis zu haben, sollte der Raum, in dem ihr vorhabt, euch auszutoben gut ausgeleuchtet sein. Abgesehen davon solltet ihr nicht zu sehr auf Sitzfleisch bestehen und euch in einer gut beweglichen Position befinden.

Nach dem Start wird dann erst einmal ein Foto von euch geschossen, bevor ihr in den Albtraum des violetten Tagebuches eintaucht.

Bevor das Spiel dann so richtig startet, werden euch noch ein bis zwei Dinge vorweg erklärt, wobei man hier eigentlich gar nicht genau sagen kann, wo das Tutorial aufhört und das Spiel beginnt, da alles fließend ineinander übergeht. Ehe ihr euch verseht seid ihr also mitten drin, in einem bizarren Haus, das gleich zu Beginn die richtige Atmosphäre ausstrahlt.

Hier angekommen wird euch das System erklären, dass ihr euch eure Umgebung mithilfe des 3DS anseht. Das Laufen erfolgt allerdings automatisch, was mir die erste Gänsehaut bescherte. Denn wer weiß, wen oder vielmehr was man in einem solch altem Gemäuer alles antrifft und ich habe keinerlei Einfluss darauf, ob ich weiterlaufe oder nicht…

Der Ausflug in dieses Anwesen endet allerdings schneller als angenommen und ihr findet euch in euren vier Wänden wieder. Allerdings seid ihr nicht mehr alleine. Offensichtlich habt ihr euch Besuch aus einer anderen Welt mitgebracht, der nun in eurem Wohnzimmer auf euch wartet.

Hierbei handelt es sich um Maya, einen Geist der offensichtlich nicht rachsüchtig ist und euch helfen will die Vorkommnisse rund um das violette Tagebuch aufzulösen, damit sie nicht weiterhin vor der Frau in Schwarz fliehen muss.

Maya ist allerdings nicht der einzige Geist, der in eurem Wohnzimmer auftaucht. Nach und nach werden mithilfe der Kamera Obscura und dem violetten Tagebuch mehr davon in eure Wohnung befördert und nicht alle davon meinen es gut mit euch, weswegen ihr euch mit der Kamera verteidigen solltet.

Dennoch kann euch die Kamera nicht vor allem schützen und ihr werdet mehr und mehr in diese finstere Geschichte hinein gezogen.

Bislang kann ich die negativen Kritiken die ich vorab über das Spiel gelesen habe noch nicht nachvollziehen. Wie gesagt hatte ich die erste Gänsehaut bereits, als ich in dem alten Haus stand und keinen Einfluss darauf hatte, ob ich mich nun fortbewege oder nicht. Dazu kommt, dass das ganze Spiel nicht irgendwo in einer fiktiven Umgebung stattfindet, sondern in der eigenen Wohnung. Und begegnet man dort erst einmal Geistern, sieht man sein eigenes zu Hause mit anderen Augen.

Zusätzlich dazu gefällt es mir sehr gut, dass man selbst der Protagonist des Spiels ist und kein ausgedachter Charakter. Alles passiert um einen herum und mit einem, sodass man wirklich in die Welt des violetten Tagebuchs abtaucht. Abgesehen davon ist die Atmosphäre des Spiels aufgrund dieser Tatsachen noch einmal eine ganz andere, die die Gänsehaut zunehmend verstärkt.

Trotzdem muss ich einräumen, dass ich bislang lediglich einen Bruchteil des Spiels gesehen habe, weswegen es sich hierbei lediglich um ein Zwischenfazit handelt. Eine ausführliche Meinung werde ich dann aber mit meinem Review abgeben, welches folgt, sobald ich den Abspann gesehen habe.

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