Silent Hill 2: Director`s Cut

Silent Hill 2
Im Jahr 2001 bereicherte Konami uns um einen Horror Survival Titel, der es faustdick hinter den Ohren hat und selbst Leute mit starken Nerven schnell in die Knie zwingt.

Ich für meinen Teil liebe ja das Filmgenre Horror, Psycho, Thriller usw. Da könnte man schnell in die Verlegenheit geraten, davon auszugehen, dass der Griff zu einem  Horror Survival Spiel nicht mehr fern ist. Denkst du. Eigentlich bin ich nur durch Zufall an die Silent Hill Reihe geraten, genauer gesagt über meinen besten Freund, der mir den 2 Titel auch prompt ausgeliehen hat.

Bis dato war ich auch immer der Meinung, ich hätte schon alles gesehen und mich könnte so leicht nichts mehr schocken, denn nicht überall wo Horror darauf steht, ist auch Horror drin. Das beste Beispiel dafür ist der aktuelle Titel The Evil Within, den ich im Moment spiele. Seien wir ehrlich, ich quäle mich für euch durch das Spiel. Jeden zweiten Tag denke ich mir, verdammt du musst weiter machen, um neue Beiträge zu schreiben, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen.

Trotz netter Hinweise auf der Verpackung die besagen, dass The Evil Within das Horror-Spiel des Jahres ist oder man schon lange nicht mehr so viel Angst hatte, finde ich hier persönlich nur wenig von Horror. Horror ist da für mich eher flackern in Sequenzen, komplettes Aufhängen des Spiels, permanentes schleichen, immer wieder dieselbe Art Gegner usw. Aber ich habe das Spiel noch nicht durch und will es auch gar nicht an dieser Stelle vorveurteilen. Kommen wir lieber wieder zurück zu Silent Hill.

Mit dem Spiel in der Tasche also auf dem Weg nach Hause. Aber worum geht es in Silent Hill 2 eigentlich? Und ist es überhaupt ratsam mit dem 2 Teil einer Reihe zu beginnen? Ok mein bester Freund war der Meinung es sei in Ordnung, aber fehlen mir dann nicht Zusammenhänge?

Die Verpackung war sehr schlicht und hat mir somit immer noch nicht sehr viel über das Geschehen und den Inhalt des Spiels verraten. Also mal ins Booklet schauen. Ja, so was gab es früher noch. Und da war dann auch tatsächlich mehr zu finden. Schnell hatte ich mich über die grobe Story und die Charaktere informiert. Worauf ich mich mit diesem Spiel eingelassen hatte, konnte ich aber noch nicht einmal erahnen…

Zu den Charakteren und der Story (Achtung Spoilergefahr)

Eigentlich beginne ich ja immer mit der Story eines Spiels. In diesem Fall werden wir uns aber vorab mit den Charakteren befassen, damit ihr ein Verständnis dafür bekommt, wer wer ist.

James Sunderland:

James stellt euren Protagonisten dar. Dennoch weiß man gerade zu Beginn des Spiels nur sehr wenig über ihn. Wir erfahren, dass seine Frau Mary gestorben ist. Dennoch hat sie James offensichtlich einen Brief geschrieben, indem sie ihm mitteilt, dass sie in Silent Hill an ihrem speziellen Ort auf ihn warten würde. Aber wie kann das sein? Eine Tote kann doch keine Briefe schreiben oder?

Mary Sunderland:

Sie war die Ehefrau unseres Protagonisten und der Grund, warum dieser Silent Hill wieder aufgesucht hat. Mary erkrankte 3 Jahre vor Spielbeginn an einer unheilbaren Krankheit, die sie zum Schluss auch dahinraffte. James kam nie richtig über den Tod seiner Frau hinweg. Doch jetzt mit ihrem Brief scheint es ein Lebenszeichen von ihr zu geben, sodass er sich sofort aufmacht, Mary in Silent Hill zu treffen.

Maria:

Schon in der ersten Sequenz ließ James durchscheinen, dass der spezielle Ort, von dem Mary in ihrem Brief berichtete, der Rosewater Park sein könnte. Doch dort angekommen trifft er nicht auf Mary, sondern auf eine Frau mit dem Namen Maria. Diese sieht seiner Frau wirklich zum Verwechseln ähnlich, auch wenn sie offensichtlich weniger konservativ gekleidet ist. Ab sofort wird sie James begleiten und ihn bei seiner Suche nach Mary unterstützen.

Angela Orosco:

Sie ist der erste andere Mensch, auf den wir in Silent Hill treffen. In ihrem Gespräch mit James erfahren wir, dass sie ihre Eltern sucht, wobei dabei unklar ist, warum sie ihre Suche auf den örtlichen Friedhof geführt hat. Davon abgesehen macht Angela auch einen sehr labilen und leicht verrückten Eindruck und warnt uns davor, Silent Hill zu betreten, da es ein sehr gefährlicher Ort sei.

Eddie Dombrowski:

James und Eddie treffen sich im Apartment Haus, wo Letzterer über der Toilette hängt. Er beteuert immer wieder, er sei es nicht gewesen und schauen wir uns genau in der Wohnung um, finden wir im Kühlschrank eine Leiche, die er wohl gemeint haben muss. Eddie scheint Probleme mit seinem Übergewicht zu haben und wirkt durch seine Kleidung und seine Art sich auszudrücken nicht ganz so helle. Weswegen er in der Vergangenheit auch immer wieder gemobbt wurde. Dennoch scheint von Eddie keine Gefahr auszugehen, stellt sich nur die Frage, was ein Junge wie er, in einer Stadt wie Silent Hill macht.

Laura:

Sie ist ein kleines Mädchen, das uns immer wieder über den Weg läuft. Doch hat sie keinerlei Interesse daran mit James zu sprechen und ärgert diesen nur, sofern es ihr möglich ist. Trotz James‘ Bemühungen hält Laura immer wieder Abstand zu unserem Protagonisten und beschimpft ihn.

Die Story:

Durch die Charakterbeschreibungen haben wir nun schon einiges über Silent Hill 2 erfahren. Es geht also um James Sunderland. Dieser kommt nach Silent Hill, da er von seiner bereits toten Frau, einen Brief erhalten hat, der besagt, dass sie an ihrem speziellen Ort in Silent Hill auf ihn warten würde.

James der Mary`s Tod immer noch nicht richtig verkraftet hat, macht sich somit sogleich auf den Weg diese zu suchen, auch wenn er skeptisch ist. Auf dem Weg nach Silent Hill trifft er dann auch schon auf Angela Orosco, die psychotisch und labil wirkt. Sie berichtet davon, das sie ihre Eltern sucht bzw. ihre Mutter. Außerdem warnt sie uns, die Stadt zu betreten, da dies ein gefährlicher Ort ist.

Da Angela aber Angela ist, macht man sich nicht all zu viel aus ihrer Warnung und setzt seinen Weg unbekümmert nach Silent Hill fort. Dieser Weg, die einzige Straße nach Silent Hill, scheint gar nicht zu enden. Und auch der Nebel wird immer dichter, sodass man kaum noch sehen kann, wohin man eigentlich läuft. Doch dann erreicht man endlich eine asphaltierte Straße und schnell ist klar, wir sind in Silent Hill angekommen.

Die Stadt wirkt wie ausgestorben und eine Kreuzung weiter trifft man auf eine riesige Blutlache, während im Hintergrund noch eine finstere Gestalt im dichten Nebel verschwindet. Diese führt uns direkt unter eine Brücke, wo schnell klar wird, dass es sich bei der Gestalt nicht um einen Menschen, sondern ein absonderliches Wesen in Form eines Monsters handelt. Gott sei Dank, befindet sich eine Latte in Reichweite, mit der man dem Monster zusetzt. Abgesehen davon finden wir noch ein Radio, dass uns nun mit akustischen Signalen auf die Monster in Silent Hill aufmerksam macht.

Ab hier wird James seinen Weg in Richtung Rosewater Park fortführen, der aber nicht so leicht wie gedacht zu erreichen ist. Dort trifft er, wie bereits in der Charakterbeschreibung erläutert nicht auf Mary, sondern auf ihr Ebenbild Maria, die uns fortan bei unserer Suche unterstützt.

Fragt sich nur noch, wo Mary ist und was um alles in der Welt geht eigentlich in dieser Stadt vor?

[collapse]

Schon jetzt dürfte klar sein, dass die Atmosphäre des Spiels alleine schon durch diesen wirklich dichten Nebel sehr gut ist. Sicherlich könnte man jetzt behaupten, damit hätte man das Klischee Horror so richtig erfüllt, aber lasst euch von mir gesagt sein, in einem Spiel fühlt sich das doch noch anders an, als in einem Film, denn ihr sitzt nicht nur unbeteiligt vor eurem Fernseher und schaut irgendwelchen Leuten zu, nein ihr seid mitten drin.

Davon mal ganz abgesehen konnten die Entwickler es ja nicht nur beim Nebel belassen. Denn das Spiel findet nicht permanent im freien statt, sodass man sich doch noch das eine oder andere überlegen musste, um auch für eine gruselige Atmosphäre in den Gebäuden zu sorgen. Aber auch diese Herausforderung hat man gut gemeistert. So wirken die verschiedenen Gebäude menschenleer und verwahrlost. Auch Strom scheint es nicht zu geben, denn Licht brennt nirgendwo, sodass James sich anhand einer Taschenlampe orientieren muss, die aber nur bedingt Licht spendet.

Zusätzlich dazu betritt man einige Gebäude nicht nur in der „normalen Welt“ sondern noch in einer „alternativen Welt.“ Hier verändert sich die Umgebung noch einmal für uns, sodass normalerweise, alles sehr verrostet wirkt. Dies gilt aber nicht für den zweiten Teil. In diesem wirkt die alternative Welt eher verdreckt und vermodert. Davon abgesehen ist vieles nass oder es finden sich Wasserlachen auf dem Boden. Alternativ dazu tropft es auch oftmals von der Decke.

Anhand dieser zahlreichen Szenarien lässt sich dann denke ich ganz gut erkennen, dass die Atmosphäre in Silent Hill 2 doch sehr bedrückend und stimmig zur Story des Spiels gestaltet wurde. Sein übriges gibt dann noch die musikalische Unterlegung des ganzen bei, zumal diese weniger als Musik, sondern mehr als stimmungsvolle Geräuschkulisse bezeichnet werden kann, wobei auch dies je nach Szene variiert.

Gespielt wird dann in der Third-Person-Perspektive und die Steuerung ist in 3D voreingestellt. Diese kann aber im Optionsmenü von euch verändert werden. So stelle ich mir das Spiel immer auf eine 2D-Steuerung um. Außerdem solltet ihr das Menü so oder so immer gut im Auge behalten. Denn nur hier könnt ihr die Lebensanzeige von James überwachen, bzw. einsehen. Wie actionreich oder knackig es in Bezug auf die Rätsel sein darf, könnt ihr vor Spielbeginn separat einstellen. Sodass eigentlich jeder auf seine Kosten kommt.

In Silent Hill solltet ihr es euch angewöhnen mit Karten zu arbeiten. Denn auf diesen wird genau vermerkt, welcher Weg von euch genutzt werden kann oder versperrt ist. Abgesehen davon kann man auch in den jeweiligen Gebäuden Karten finden, die einem anzeigen, welche Türen man bereits getestet hat, welches Schloss versperrt ist oder welche Tür sich gar nicht mehr öffnen lässt.

Anders als in vielen anderen Spielen werden die nutzbaren Items in Silent Hill nicht als solche gekennzeichnet. Lediglich euer Protagonist James zeigt euch anhand seiner Kopfbewegung an, wo etwas zu finden ist, dass ihr gebrauchen könntet.

Den Spielstand sichert man, an dafür im Spiel vorgesehenen Speicherpunkten. Doch braucht man sich diesbezüglich nicht all zu große Sorgen machen, denn es gibt mehr als genügend Speicherpunkte, um euren Spielfortschritt festzuhalten.

Mein Fazit: Ein Spiel wie Silent Hill ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Denn es geht vor allem im 2 Teil der Reihe weniger um Schockeffekte, als mehr darum, was das Spiel bei uns bewirkt und welche psychischen Aspekte es beinhaltet.

Ihr werdet oftmals in Situationen kommen, in denen ihr bestimmte Dinge erwartet, die aber nicht eintreffen. 

Beispiel (Achtung Spoiler)

Im Woodside Apartmenthaus, werdet ihr in einen Raum kommen, indem Motten oder aber auch Schmetterlinge, umherfliegen. Im hintern Teil eines Zimmers befindet sich ein Loch in der Wand, in das gerade mal ein Arm passt. Heldenmutig greift James in das Loch und man wartet eigentlich nur darauf, dass etwas Schlimmes passiert. Aber ganz im Gegenteil passiert eigentlich nichts.

[collapse]
Andererseits kommt ihr auch in solche Situationen, die ihr nicht erwartet.

Das Spiel ist meiner Meinung nach sehr stimmungsvoll gestaltet und ich finde es bemerkenswert, dass ich über verschiedene Aspekte auch heute noch, also Jahre, nachdem ich Silent Hill 2 zum ersten Mal gespielt habe, immer noch nachdenken muss. So spuken doch immer noch unbeantwortete Fragen durch meinen Kopf.

Die ohnehin schon sehr gute Atmosphäre des Spiels wird noch durch den Umstand des Radios unterstützt, ein Gegenstand, den man relativ zeitnahe zu Beginn des Spiels findet. Mithilfe des Radios werden euch die Gegner bereits im Voraus angekündigt, denn dann beginnt es laut zu rauschen, als wenn man keinen richtigen Sender eingestellt hätte. Das heißt, eigentlich sollte einem nicht mehr Angst und Bange wegen eines Gegners werden, denn mental kann man sich bereits darauf vorbereiten, dass etwas kommt. Das Problem daran ist nur, dass man nicht weiß, was kommt und von wo. Ein Umstand, den ich fast noch unerträglicher finde, als bereits vor einem Monster zu stehen.

Weiterhin positiv anzumerken ist, dass man den Schwierigkeitsgrad der Monster und den der Rätsel jeweils separat unabhängig voneinander vor Beginn des Spiels einstellen kann. Damit auch wirklich jeder etwas davon hat. Ich persönlich brauche zum Beispiel gerade bei Silent Hill keine übermäßig schweren Monster. Viel wichtiger sind mir knackige Rätsel, weswegen ich mir das Spiel auch entsprechend einstelle. Davon mal ganz abgesehen habe ich bereits jeden Rätselmodus gespielt und ich persönlich muss sagen, dass ich den als leichten deklarierten Modus eigentlich am schwersten fand. Ich kann dabei nicht sagen, ob das an mir liegt oder nicht. Fakt ist nur, dass ich mit dem leichten Modus mehr Probleme hatte, als mit dem schweren.

Nicht ganz so geglückt finde ich die Situation, dass wir die Lebensanzeige von James lediglich über das Menü einsehen können. Denn das öffnet man für gewöhnlich nicht alle paar Minuten, sodass man tatsächlich immer vollends darüber informiert ist, wie es unserem Protagonisten denn jetzt wirklich geht. Von daher hätte man sich an dieser Stelle doch vielleicht noch was anderes einfallen lassen können.

Auch die Darstellung, der verschiedenen Gestände im Spiel, wie zum Beispiel Munition und Gesundheitsdrinks ist gewöhnungsbedürftig. Denn meist kennt man es ja nur doch so, dass diese Items noch einmal hervorgehoben werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Spieler anfangs ratlos waren und nicht gleich einordnen konnten, warum James des Öfteren zur Seite schaut.

Alles in allem zusammengefasst, gehört Silent Hill 2 zu meinen liebsten Spielen und ich kann es nur weiterempfehlen. Ich bin heute noch froh, dass ich es geschafft habe, Silent Hill 2 zu beenden, auch wenn es vielleicht anfangs nicht so aussah, als würde ich jemals eine Endsequenz in diesem Spiel sehen. Denn es gab so einige Stellen und Szenen, die mich das fürchten gelehrt haben, wie ich es bis dahin noch nicht kannte.

Doch genau das erwarte ich auch, wenn ich zu einem Spiel aus dem Genre Horror greife. Ich möchte Angst haben und ein so beklemmendes Gefühl, dass es mir sogar im hellen schwer fällt, weiter zu machen. Und genau das hat Silent Hill 2 bei mir geschafft.

Von alle dem abgesehen kommt noch der hohe Wiederspielwert dazu. Silent Hill 2 verfügt nämlich über 6 verschiedene Enden, sodass man immer wieder dazu motiviert wird, noch einmal von vorne zu beginnen. Zumal ich gestehe, dass ich auch heute noch Sachen finde, die mir vorher vielleicht noch gar nicht so aufgefallen sind.

Wer jetzt Lust dazu bekommen hat, Silent Hill 2 zu entdecken, der greift auf die Playstation 2, die Xbox oder seinen PC zurück. Die Leser unter euch, die aber noch mehr wissen möchten, können entweder hier meinen Podcast zu Silent Hill 2 hören oder weiter unten noch etwas über die Director`s Cut Version lesen.

Director`s Cut Version

Sicherlich werdet ihr euch schon gefragt haben, warum ich für mein Review die Überschrift Silent Hill 2 Director`s Cut gewählt habe. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass ich lediglich die Director`s Cut Version besitze und mich somit auch nur auf diese beziehen kann. In der Hauptstory, also „Letter from Silent Heaven“ gibt es aber keine Unterschiede, sodass es an dieser Stelle eigentlich vollkommen irrelevant ist welche Version man spielt. Diese Fassung enthält lediglich 2 weitere Enden sowie ein weiteres Kapitel mit dem Titel „Born from a Wish“ indem ihr in Marias Rolle schlüpft und seht, was bereits vor James‘ Ankunft passiert ist.

Born from a Wish (Achtung Spoiler)

Zu Beginn des Szenarios, dass euch übrigens noch einmal ca. 1 – 1,5 Stunden Spielzeit abverlangt, schlüpft ihr in die Rolle von Maria, welche uns bereits in einer Sequenz darüber informiert, dass alle Menschen in Silent Hill verschwunden sind und nur noch Monster zurückblieben. Sie denkt darüber nach, wie sie jetzt weiter verfahren soll oder will.

Will sie leben? Denn laut ihrer Aussage hat sie eigentlich keinen Grund dazu und die Chance ist groß, dass sie früher oder später eines der Monster erwischt. Aber was ist die Alternative? Sterben? Nein, auf keinen Fall, dafür hat sie doch viel zu viel Angst vor Schmerz und Einsamkeit. Somit beschließt sie, nach weiteren Menschen zu suchen.

Nach der Sequenz kann das Spiel selbst dann starten und ihr seid gleich mit einem Revolver ausgestattet, was in Silent Hill nicht die schlechteste Grundlage ist. Außerdem solltet ihr auch bereits kurze Zeit später ein Messer finden, das euch im Falle geringer Munition hervorragend unterstützt.

Aber wo befinden wir uns eigentlich? Klar, im Heavens Night, dem Table Dance Lokal in dem Maria offensichtlich arbeitet, denn sie hält sich immerhin in den Personalräumen auf. Draußen angekommen wird dann auch schnell klar, dass uns nicht wirklich viele Möglichkeiten bleiben, da die meisten Wege verriegelt oder versperrt sind, sodass wir früher oder später im Baldwin Anwesen, einer großen Villa, ankommen müssen.

Hier treffen wir auf Ernest Baldwin oder so ähnlich. Denn eigentlich unterhalten wir uns nur mit jemandem, der behauptet er heiße so. Sehen können wir ihn nicht, da er sich hinter einer Tür befindet, die wir augenscheinlich nicht öffnen können. Doch der Mann ist nicht nur unhöflich zu Maria, sondern fast schon beleidigend, weswegen wir uns erst einmal nicht weiter um ihn scheren und das Anwesen weiter erkunden.

Nach einer Rätseleinlage gelingt das dann auch ganz gut und wir finden auf dem Dachboden eine Geburtstagskarte, unterzeichnet von einer Amy Baldwin. Mh, ob uns dieser Ernest wohl mehr dazu sagen kann? Bei diesem angekommen, erklärt er uns, dass es sich bei Amy um seine kleine Tochter gehandelt hat, welche bereits vor 10 Jahren verstorben ist. Ernest scheint diesbezüglich nach wie vor der Trauer verfallen zu sein, sodass wir ihm die Karte unter der Tür durchschieben.

Daraufhin bittet er uns um unsere Hilfe. Wir sollen für ihn aus dem Blue Creek Apartment, welches wir bereits kennen, eine weiße Flüssigkeit besorgen. Mit dieser will er dann wohl das Ritual durchführen, um seine Tochter wiederzubeleben.

Nachdem Maria die Flüssigkeit auf einem kleinen Tisch neben seiner Tür abstellt, kommt es erneut zu einem Gespräch zwischen den beiden. Ernest will gerade erklären, warum Maria da ist, als diese ihn unterbricht und ermahnt das es nur eine Vermutung sei und er dies nicht belegen könnte. Daraufhin stimmt er ihr zu und erklärt ihr, dass James ein böser Mann ist.

Ein Mann, der eine Frau in ihr sucht, die sie nicht ist. Maria scheint irgendetwas zu ahnen, da sie Ernest nach kurzer Überlegung zustimmt. Im Anschluss an die Unterredung öffnet Maria die Tür, doch niemand befindet sich in dem Raum. Die Geburtstagskarte von Amy liegt allerdings auf dem Tisch in der Mitte des Zimmers.

Im Anschluss sehen wir noch die Abschlusssequenz in der Maria die Villa verlässt und abermals kurz innehält, um darüber nachzudenken, sich das Leben zu nehmen. Doch sie verwirft den Gedanken erneut und wirft ihren Revolver über eine Mauer. Von hier aus macht sie sich nun auf den Weg in den Rosewater Park, wo dann die normale Story für sie „Letter from Silent Heaven“ beginnt.

[collapse]

Mein Fazit: Born from a Wish ist ein netter Zusatz zum Hauptspiel, indem wir erstmals in der Silent Hill Reihe einen weiblichen Charakter spielen. Steuerung, Kameraeinstellung usw. unterscheiden sich nicht vom Hauptspiel, sodass es kein Problem darstellen sollte, sich schnell einzufinden.

Abgesehen von bereits bekannten Orten, wie dem Blue Creek Apartmenthaus, kommt ihr auch an einen ganz neuen Ort, die Villa der Familie Baldwin, die stimmungsvoll gestaltet ist und somit ohne Weiteres an das Hauptspiel anknüpft. Des Weiteren treffen wir einen ganz neuen Charakter und auch auf verschiedene Gegner, die uns aus dem Hauptspiel bereits bekannt sind.

Alles ins allem eine gute Mischung aus Hauptspiel und neuen Szenarien. Dennoch wird auch dieses Zusatzkapitel einige Fragen offen lassen, die dann aber verschiedene Theorien unterstützen, die es zu Silent Hill 2 gibt. Wer dazu noch mehr wissen will, hört am besten meinen Podcast dazu.

Das Born from a Wish Ende bzw. Kapitel ist meines Wissen nach nur in der Director`s Cut und der Xbox Version enthalten, weswegen ihr auf diese zurückgreifen solltet, sofern ihr diesen Part selber spielen wollt. Leider konnte ich bislang auch noch kein deutsches Let`s Play dazu finden, dass eine vernünftige Qualität hat, sodass ich es euch posten könnte. Von daher am besten selber spielen.

Noch eine kleine Anmerkung meinerseits, für alle die, die immer noch daran zweifeln, ob man wirklich mit Silent Hill 2 in die Reihe einsteigen kann. Ja, sogar ohne Weiteres, da das Spiel vollkommen losgelöst vom ersten Titel spielt und eine ganz eigene Story hat.

Der Beitrag vorgelesen:

You may also like...