USK oder PEGI? Worauf sollte ich achten?

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USK und PEGI. Mittlerweile werden die meisten Spiele in Deutschland mit beidem ausgezeichnet. Aber worauf sollte ich als Elternteil überhaupt noch achten und warum unterscheiden sich die beiden Angaben oftmals so sehr voneinander? Außerdem, welche von beiden Alterbeschränkungen ist denn in Deutschland jetzt verpflichtend?

Ich kann mir wirklich nur allzu gut vorstellen, wie schwierig es heute für viele Eltern ist, durch das Gewirr von Altersfreigaben bei Videospielen durchzublicken, vor allem wenn man sich selber gar nicht weiter mit diesem Medium befasst. Darum auch mein heutiger Beitrag zu diesem Thema.

In Deutschland ist es so, dass die Videospiele mit einer Altersfreigabe, der sogenannten USK, ausgestattet werden. Diese ist verpflichtend. Das bedeutet, wird ein Spiel zum Beispiel mit dem USK 16 versehen, darf dieses auch nicht an einen unter 16-jährigen Menschen verkauft werden. Die Alterseinstufungen fallen wie folgt aus:

0, 6, 12, 16 und 18 Jahre.

Neue Spiele können somit von den Herstellern bei der USK eingereicht werden, wo sie gegen eine Gebühr geprüft werden. Hier gibt es dann sogenannte Sichter und/oder Sichterinnen, die das Spiel mit Hilfe von Lösungen und Zusatzmaterial der Hersteller durchspielen. Dabei wird der Schwerpunkt auf jugendschutzrelevante Inhalte gelegt. Hierüber wird dann eine Präsentation erstellt, die hinterher den Gutachtern vorgelegt wird. Diese entscheiden dann über die Alterseinstufung.

Genau an dieser Stelle kommen wir schon zu einem großen Problem. Denn die Spiele werden nur, bzw. mit Schwerpunkt auf jugendschutzrelevante Inhalte geprüft. Das bedeutet also, dass es gar nicht um das Spiel, Rätsel, Spielmechanik und dergleichen geht, sondern hauptsächlich um jugendschutzrelevante Inhalte. Sicherlich ist für jeden von uns verständlich, dass ich einem 6-Jährigen kein Spiel spielen lasse, das zu 90 % aus Blut besteht. Aber warum, darf ein 6-jähriger ein Spiel spielen, dessen Anforderungen so hoch sind, dass dieser eben diese noch gar nicht bewältigen kann? Darauf komme ich aber gleich noch einmal zurück.

Die Prozedur der USK löst gerade bei uns erwachsenen Spielern immer wieder heiße Diskussionen aus. Denn oftmals ist es so, dass bestimmte Spielinhalte nur für den deutschen Markt angepasst werden, damit eben diese Spiele veröffentlicht werden. Denn bekommt ein Spiel keine USK, so kann es indiziert werden. Im Umkehrschluss heißt dass aber auch wieder, dass Spiele die keine USK bekommen und bislang nicht indiziert wurden, in der Regel im normalen Elektrofachgeschäft des Vertrauens nicht verkauft werden. Somit werden wir Erwachsenen bestimmter Spielinhalte mittels Zensur beraubt. Die andere Alternative ist es, dass einige Hersteller bestimmte Spiele in Deutschland gar nicht erst auf den Markt bringen. Wer hierzu mehr erfahren möchte, der findet auf der Seite von Totallygamergirl allerdings einen hervorragenden Beitrag zu dieser Problematik. Ich für meinen Teil, wollte dies nur mal kurz anschneiden, damit man vielleicht versteht, warum es bei diesem Thema immer wieder zu Diskussionen kommt.

Zusätzlich zu dem USK-Logo, sind die deutschen Videospiele oftmals mit dem PEGI-Logo versehen. Dieses ist für den deutschen Markt aber nicht verpflichtend und muss auch nicht auf den Verpackungen angezeigt werden.

Bei der PEGI Alterseinstufung, handelt es sich um ein einheitlich europäisches System. Dies wurde aber nicht von allen Ländern akzeptiert, wie hier in Deutschland. Da es in Österreich aber zum Beispiel bindend ist und Spiele für den deutschsprachigen Raum, also Deutschland, Österreich und Schweiz, oftmals mit dem gleichen Cover beliefert werden, kann man das Logo auch hier antreffen. Die PEGI weist die folgenden Einstufungen vor:

3, 4, 6, 7, 12, 16 und 18 Jahre

Mit PEGI bezieht man sich allerdings nicht nur auf die Alterseinstufung, sonder werden auch einige Spielinhalte hervorgehoben. Hierzu gibt es verschiedene Logos, wie zum Beispiel eine Spinne die darauf hinweist, dass einige Szenen im Spiel verängstigend aufgefasst werden können. Oder zum Beispiel eine Sprechblase, die andeutet, dass im Spiel Schimpfwörter verwendet werden. Die weiteren Symbole und Bedeutungen sind hier zu finden.

Auch das Verfahren selbst wird anders als bei der USK durchgeführt. So werden die Tests anhand eine Fragebogens von den Programmieren und Entwicklern selbst durchgeführt. Diese müssen vorab bestätigen, dass sie die Angaben wahrheitsgemäß vornehmen. Danach wird das ganze noch einmal gegengeprüft und heraus kommt die Lizenz die entsprechenden Logos zu verwenden.

Aber woran sollte ich mich jetzt orientieren?

In erster Linie ist es auf jeden Fall verpflichtend, sich in Deutschland an der USK zu orientieren. Diese prüft aber wie bereits erwähnt nur jugendschutzrelevante Inhalte. Das bedeutet Spielmechanik usw. werden außen vor gelassen. PEGI ist lediglich ein Richtwert und für uns nicht bindend. Dennoch kann man hier schon die eine oder andere Info über den Inhalt des Spiels erfahren. Da es sich bei beiden um zwei voneinander unabhängigen Einrichtungen handelt, können die Angaben auch ganz unterschiedlich ausfallen. Ein Beispiel:

Das Spiel Edna bricht aus, ist ein Point-and-Click-Adventure. Das heißt es handelt sich hierbei um eine Spiel, bei dem ich viele Rätsel lösen muss und sicherlich auch das eine oder andere Mal um die Ecke denken sollte. Außerdem sollte man viel Geduld mitbringen, denn oft hängt man stundenlang an einer Stelle fest, um dem Rätsel auf die Schliche zu kommen. Grundsätzlich passiert nichts sehr Schlimmes, dennoch sind solche Spiele nicht unbedingt einfach. In Deutschland wurde Edna bricht aus, somit mit einer USK 0 freigegeben, wohingegen PEGI das Spiel ab +12 einstufte, was ich persönlich auch als wesentlich sinnvoller erachte. Denn ein Kind von 6 Jahren wird mit dem Spiel nicht zurechtkommen, wodurch sich schnell Frust breitmacht und ich meinem Kind keinen Gefallen getan habe. Doch letztendlich sind beides nur Alterfreigaben. Wenn ich wissen möchte, was für mein Kind wirklich das richtige ist, dann sollte ich mir über die Spiele die angeschafft werden, vorab einige Tests durchlesen. Und diese am besten von unabhängigen Bloggern, die immer ihre ganz eigene Meinung sprechen lassen.

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  • http://totallygamergirl.com/ totallygamergirl

    Danke für die Erwähnung meines Artikels.

    Da muss ich zustimmen, ein Spiel ist nicht nur aufgrund der Inhalte geeignet … oder eben nicht. Allerdings sind Kids durchaus auch lernfähig. Ich staune manchmal, was meine Tochter schon alles schafft. Ein Stück weit spielt da Übung und Routine wohl eine Rolle. Manchmal muss ich zwar eine Vorlage liefern, aber wenn sie dann begreift, wie ein Spielprinzip funktioniert, erreicht sie allein Erstaunliches. Da habe ich schon einige Male nicht schlecht geschaut. Sie löst zum Beispiel einige Abschnitte von The Cave. Das Intro, den Ritter-Part und auch den Minen-Abschnitt schafft sie allein, was durchaus nicht einfach ist. Ich weiß nicht, ob ich in dem Alter schon dazu in der Lage gewesen wäre. 😉

    Auch was sie manchmal in Sandkastenspielen baut ist erstaunlich. Während die Häuser früher noch ganz einfach waren, sind die nun oft über mehrere Etagen und im Erdboden drin. Der helle Wahnsinn, was da schon entsteht. Richtige kleine virtuelle Kunstwerke.

    Sogesehen entwickelt sie bei Spielen ganz schön viel Kreativität. Dennoch sind Videospiele keine Beschäftigung, mit der ich sie zu viel in Kontakt kommen lasse. Natürlich ist es auch ein wenig von den Umständen abhängig. Im Moment wird die Konsole fast gar nicht eingeschaltet, da wir jeden Nachmittag auf dem Spielplatz (oder anderweitig draußen) sind. Im Winter ist die deutlich häufiger an. Man hält es nicht lang auf dem Spielplatz aus, Spielgefährten sind keine da und auch im Garten eist man irgendwann durch.

    So oder so ist bei uns ein Familientimer eingerichtet und eine Funktion aktiv, die Spiele nur bis Altersfreigabe X erlaubt. Alles andere ist tabu. Auch Spiele mit In-App-Käufen am Tablet sind nicht erlaubt. Leider bieten viele Hersteller Mobile schlechte Kindersicherungen oder auch gar keine an. Haben da Mal 20 Euro verloren, die wir allerdings auch anstandslos zurück bekommen haben. Dennoch haben wir keine Lust, ständig reklamieren zu müssen.

    Hier und dort gibt es da also noch Handlungsbedarf von Seiten der Hersteller. Gerade weil es heute nicht mehr unüblich ist, wenn schon kleinere Kids mit einem Handy oder Tablet Spiele konsumieren. Auf Reisen kann ein Tablet mit den richtigen Apps sehr hilfreich sein. Wir haben uns schon öfter im Zug die Zeit mit Fruit Ninja und Co. vertriebben.