The Evil Within: Kapitel 1 – Ein Notruf

The Evil Within
2014 erschien ein neues Survival-Horror-Spiel des Entwicklers von Resident Evil. Angeblich mit vielen beklemmenden Momenten die auch den stärksten Mann das fürchten lernen. Hier meine Eindrücke zum ersten Kapitel:

Ich kann gar nicht genau sagen warum, aber ich vermute, dass ich bislang noch nichts von The Evil Within gehört hatte, da meine letzte Konsole die Playstation 3 ist und ich mich somit nicht weiter mit aktuellen Spieltiteln befasst habe. Nachdem ich mich gestern durch das Internet geklickt habe, bin ich dann auch auf diesen Titel gestoßen. Also mal schnell ein paar Videos und Bilder angeschaut, die wirklich vielversprechend aussahen. Männer, die behaupteten, sie haben sich schon lange nicht mehr so gefürchtet bzw. man sollte das Spiel lieber im hellen zocken. Die Bilder und Screenshots zeigten bizarre Welten, die genau meine Kragenweite sind. Also mal schauen, für welche Konsolen das Spiel erschienen ist, auch wenn die Hoffnung eher gering war. Manchmal braucht es dann vielleicht auch ein wenig Glück, denn siehe da, den Titel gibt es tatsächlich auch für die Playstation 3.

So machte ich mich gestern Abend noch auf, um mir das Spiel zu besorgen. Nachdem ich leider noch in Bezug auf den Preis verhandeln musste, erklärte mir der nette Verkäufer noch, dass viele seiner Kollegen mit dem Spiel nicht klar kämen und es ihnen zu krass sei. Mit dieser Aussage stieg dann noch mehr Vorfreude in mir auf.

Ich wusste, dass das Spiel von Shinji Mikami stammte, der ursprünglich an der Resident Evil Serie beteiligt war. The Evil Within wird darum auch oft und gerne mit dieser Reihe verglichen. Da ich nie zu den Resident Evil Spielern gehört habe, sondern immer Silent Hill bevorzugte, ging ich schon vorab davon aus, dass es psychisch sicherlich nicht so sehr mit mir spielt, wie ich es aus Silent Hill gewohnt bin. Dennoch muss ich auch hier sagen, dass ich was Silent Hill betrifft, nicht mehr auf dem aktuellen Stand bin. Denn mit Silent Hill 4 The Room, wurde mir schnell klar, dass die Reihe einen Weg eingeschlagen hat, der mir nicht mehr zusagt. Ich habe zwar auch den Titeln Homecoming und Shattered Memories eine Chance gegeben, doch sie konnten den negativen Beigeschmack nicht wett machen. Also warum nicht mal was neues ausprobieren.

Gesagt getan. Die PS 3 schnell angeschlossen und das Spiel mit viel Vorfreude installiert. Bei der Installation wurden dann bereits einige Bilder gezeigt, die ich mir etwas genauer anschaute. Zu sehen waren morbide Welten, halb zerstörte Kleiderpuppen, oder auch Gänge mit Rollstühlen. Dass alles lies mich sehr schnell an Silent Hill denken. Aber mir vielen auf Schlag auch noch weitere Bilder auf, die ich mit anderen Erinnerungen verknüpfte. Monster die eine Art Käfig auf dem Kopf tragen. Spontan viel mir da doch der Film 13 Geister ein, hat doch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Schakal (11. Geist). Ein Monster mit langen dunklen Haaren, die vor das Gesicht gekämmt sind? Na ja das kennt man ja auch schon aus The Ring oder The Grudge (Originaltitel Ring/Ringu und Ju-On). Somit lässt das Spiel natürlich schnell darauf schließen, dass es einen bunten Mix aus allen möglichen Spielen und Filmen darstellt. Das muss aber grundsätzlich nicht schlecht sein.

Nachdem die Installation dann endlich abgeschlossen war, ging es los mit dem Horrortrip:

Ihr befindet euch in einem Streifenwagen mit 3 eurer Kollegen. Sie werden zu einer Nervenheilanstalt gerufen und man bittet hier um Unterstützung. Dort angekommen wird schnell klar, dass irgendwas nicht stimmt. Draußen befinden sich leere Polizei- und Krankenwagen, offensichtlich gab es aber keinen Schusswechsel, denn Patronenhülsen sind nicht zu finden. Ihr betrete die Klinik zusammen mit Joseph und findet hier ein echtes Blutbad vor. Leichen stapeln sich geradezu und bestehen bunt gemischt aus Personal und Mitarbeitern. Im Überwachungsraum findet sich dann noch ein lebender Arzt, der noch irgendwas dahinflüstert, während ihr von hinten niedergeschlagen werdet und dann beginnt das Horrorszenario schon.

Ihr hängt an der Decke und blutet aus den Armen. Man hat das Gefühl man wäre ein geschlachtetes Tier, dass man nun ausbluten ließe. Dreht ihr die Kamera dann ein wenig herum, werdet ihr noch mehr Menschen sehen, die von der Decke hängen, aber offensichtlich alle tot sind. Auf einmal taucht so ein kranker Psychotyp vor euch auf, der den Torso einer anderen Leiche abreißt oder schneidet, um sich offensichtlich das eine oder andere „Häppchen“ zuzubereiten. Ihr schwingt ein bisschen Hin und Her und zieht der vorderen Leiche ein Messer aus dem Bauch um euch zu befreien (ich habe zuerst nach dem Messer gesucht, das offensichtlich im Boden versunken ist, war ziemlich irritiert davon, dass Sebastian dies nicht als Waffe mitnimmt). Danach schleicht ihr in Richtung Tür. Umso näher ihr dem Ungetüm und seiner „Küche“ kommt, umso lauter wird auch die Musik, die er offensichtlich auf Schallplatte hört. Klassisch. Die Hinterlegung dieser klassischen Musik, zu einer solch brutalen Szene, lies mich übrigens sehr schnell an Bioshock denken.

Man kommt dann an der Tür an, die wie soll es auch anders sein, abgeschlossen ist. An dieser Stelle habe ich dann erst einmal tief durchgeatmet, aber nicht weil ich mich gefürchtet habe oder mir die Szenen zu viel waren, sondern weil die Grafik des Spiels flackert, der Bildschirm oben und unten noch mit 2 schwarzen Balken verziert ist und das Bild dadurch noch kleiner machen und man sich bewegt wie ein eingeschlafener Turnschuh. Alles in allem sehr gewöhnungsbedürftig.

Aus diesen Gründen habe ich dann erst einmal das Spiel pausiert und versucht mein Bild auf eine einigermaßen vernünftige Größe zu bringen. Denn nicht nur, dass dieses durch die schwarzen Balken sehr klein war, nein auch links und rechts wurde ein Teil des Bildschirms verschlungen. Nachdem ich dann eine Möglichkeit gefunden habe, meinen Fernseher so einzustellen, dass der Bildschirm nicht im Nirwana verschwindet, viel mir auf, dass das Bild nun allerdings noch kleiner wurde. Ok, egal erst einmal weiter im Text. Spiel wieder aufnehmen und weiter schauen. Doch prompt folgte das nächste Ärgernis. Ich bekam einen Hinweis vom Spiel, wie man sich anschleicht und ehrlich gesagt weiß ich wirklich nicht, wer auf diese blödsinnige Idee gekommen ist, dass die Texte nur noch auf einem Teil des Bildschirms angezeigt werden und der Rest mit fröhlichen und lustigen Artworks bespickt wird. Folglich resultiert daraus das Ergebnis, dass die Schrift sehr sehr klein wird und durch das Flackern der Grafik auch noch sehr schlecht zu lesen ist. Mensch liebe Entwickler, wir Spieler sitzen nicht mit einer Brille die integrierte Lupen- oder Ferngläser beinhaltet vor unseren Bildschirmen. Warum also? Warum?

Naja lassen wir das, Warum mal so stehen. Ich für meinen Teil kann es auf jeden Fall nicht beantworten. Dennoch prangere ich an, dass die Texte somit schlecht zu lesen sind und man diese dadurch 2 – 3 Mal lesen muss, bevor es wirklich Sinn und Verstand macht. Denn vorher bin ich geistig einfach zu sehr damit beschäftigt, die flackernden Hieroglyphen zu entziffern.

Ich möchte jetzt nicht noch mehr aus der Story spoilern. Dennoch gibt es noch einige Punkte, die ich ansprechen möchte. Ich mag vielleicht zu den verwöhnten Spielern gehören, dennoch erwarte ich, wenn ich ein neues Spiel einlege, dass mich dieses mit dem Spielprinzip bekannt, bzw. vertraut macht. So bin ich es zumindest gewohnt und das sollte auch keine neuartige Herangehensweise darstellen. Dennoch fand ich dies bislang eher mangelhaft umgesetzt. Man kann sich zwar über Start ein „Tutorial“ aufrufen, dass einem die verschiedenen Spielzüge erklärt, dennoch finde ich die Art und Weise nicht sonderlich gelungen. Auch Gegenstände, mit denen man interagieren kann, werden eher schlecht als recht dargestellt. In Silent Hill ist es ja auch nicht so, dass die Items lustig leuchten, aber die Charaktere drehen wenigsten den Kopf in die Richtung in der etwas brauchbares liegt. So bin ich zum Beispiel etliche Male gestorben, bevor ich gerallert habe, wo sich der benötigte Schlüssel befindet.

Dies ist ebenfalls so ein Punkt, den ich kritisieren würde. Denn bevor man wirklich versteht was man tun soll bzw. was sinnvoll wäre, stirbt man sehr oft. Es gibt zwar viele Kontrollpunkte, doch ich finde es schnell frustrierend, wenn ich vorab 20 Mal sterbe, damit ich endlich sehe oder verstehe, wie es für mich weiter geht.

Ich will das Spiel aber nicht nur kritisieren oder gar zerreisen. Bislang war die Atmosphäre sehr gut, wenn auch für mich noch nicht viel schockierendes oder gar wirkliche Horrorelemente dabei waren. Es glich eher einem Splatterfilm und rund um die Story weiß ich eigentlich auch noch nichts. Derzeit stellt sich mir nur eine Frage, was ist da los? Da ich gestern einfach Hundemüde gewesen bin, habe ich das Spiel nach dem 1. Kapitel beendet. Mal sehen, wann ich dazu kommen weiter zu machen. Vielleicht schaffe ich es bei diesem Spiel ja auch mal, euch meine Eindrücke zu jedem Kapitel festzuhalten. Allerdings kann ich derzeit noch keine weiteren Versprechungen machen, denn geht das Spiel sehr spannend weiter, kann es mir passieren, dass ich es mal wieder am Stück durchspiele… Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie es weiter geht und was man sich noch so einfallen lassen hat.

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