Was fasziniert Jugendliche an der Konsole?

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Die Frage, die sich viele Eltern stellen ist, warum hängt er oder sie denn nur den ganzen Tag vor der Konsole? Dieser Frage wollen wir heute mal ein wenig auf den Grund gehen. Allerdings ist auch hier wieder anzumerken, dass ich nur von meinen persönlichen Gedanken, Erfahrungen und Recherchen Gebrauch machen kann. Dazu kommt auch noch das nicht jeder Mensch gleich ist und eine eigene Geschichte wie Persönlichkeit hat, sodass es immer andere Beweggründe für sein Tun und Handeln gibt. Dennoch will ich versuchen dies etwas näher zu bringen und verständlicher zu machen.

Tja was lieben Menschen so an der Konsole? Das ist immer ein etwas schwieriges Thema. Für mich bedeutet Konsole einfach mal abschalten und der Realität entfliehen. Spannende Abenteuer erleben oder mich gruseln. Genau das bedeutet Konsole auch für viele andere Menschen.

Bei Kindern im Grundschulalter betrachte ich es als noch nicht ganz so schlimm. Ich glaube bei ihnen hat es weniger damit zu tun, sich abgrenzen zu wollen, als mehr damit, einfach mal abzuschalten und gerade die Firma Nintendo spricht da dann auch noch mit liebevollen und farbenfrohen Spielen an. Ich denke bei Kindern im Grundschulalter ist es einfach spannender zu sehen, dass sich irgendetwas auf dem Fernseher bewegt und tut, dass sie mit dem Kontroller veranlassen. Wenn sie „A“ betätigen, springt Mario und wenn ich den 3D-Stick bewege läuft er wohin ich will. Hier hat es scheinbar noch eher den Eindruck einer niedlichen Kinderserie, die ich selber beeinflussen kann. Wobei auch dies mit Vorsicht zu genießen ist.

In Bezug auf Jugendliche verhält sich die Situation schon wieder ganz anders. Wir wissen alle, wie es ist, gerade Teenies möchten oftmals anders sein und sind rebellisch. Sie wollen ihr eigenes Ding machen und das möglichst ohne Erwachsene, denn die nerven eh nur und ich weiß jeder Teenie der das gerade ließt wird mich hassen, aber seien wir mal ehrlich, wir waren nicht anders und ich glaube die meisten können sich auch noch sehr gut daran erinnern, auch wenn sie es selber nicht gerne zugeben. Aber genau hier kommen wir schon zum ersten Punkt was das zocken so beliebt bei Jugendlichen macht und dabei jetzt gar nicht mal auf der Konsole, sondern schon fast eher auf dem PC. Ganz besonders im Bereich der Online-Rollenspiele oder Shootern. Gerade bei den Online-Spielen ist es so, dass die Spiele ihre eigene Sprache entwickelt haben und genau dies ist uns auch von Teenies bekannt. Immer die modernste Ausdrucksweise und ein offenes Mundwerk und das wichtigste, die Erwachsenen verstehen mich nicht.

In Online-Spielen bekommen sie diese Möglichkeit ganz einfach geboten. Hier werden sie zwar nicht komplett von den Erwachsenen abgeschottet, aber es sind in diesem Fall dann Gleichgesinnte und das ist schon ertragbarer. Und damit man sich vorstellen kann, was ich meine:

Wird zum Beispiel ein Gegner von einem Spieler angegriffen, mit einem Angriff, der beim Gegner einen hohen Schaden produziert, ihn also stark verletzt, spricht man von Damage.

Oder anderes Beispiel hat man einen Gegner im Kampf bezwungen, hinterlässt einem dieser ein Item, im Spiel nur Drop.

Die Fertigkeiten, Heilen oder Angreifen, die ein Spieler besitzt, nennt man Skills.

Und so könnte ich jetzt noch stundenlang weiter machen, hat man kein Interesse an diesen Spielen und auch keine Lust sich mit der Sprache auseinanderzusetzen, wird man in einem Gespräch unter Spielern kaum mitkommen.

Das ist aber nicht nur der einzige Grund. Nicht nur Erwachsene stecken sich in ihrem Leben Ziele, die sie erreichen wollen, dies tun auch Jugendliche, auch wenn sie oftmals schmerzhaft in der Pubertät erfahren müssen, dass diese nicht so einfach wie gewünscht erreicht werden können. Dazu kommen Leistungsdruck durch den Jobmarkt, Schule, Eltern usw. Außerdem wissen wir alle, Kinder können grausam sein. Das können auch Teenies. Also ist auch Mobbing ein Stichwort. In der virtuellen Welt, also auf Konsole oder dem PC, brauchen sich Jugendliche über solche Dinge keinen Kopf machen. Hier sind sie in ihrer ganz eigenen, ganz privaten Fantasywelt und vielleicht gerade der größte Held, da sie ein Dorf vor der vollständigen Vernichtung gerettet haben oder ein Schurke, weil sie bei der Vernichtung unterstützende Arbeit geleistet haben. Fakt ist hierbei einfach, dass die Teenies sich beweisen und Abstand zu den Realen Problemen nehmen können. Sie müssen nicht Stephanie Mustermann sein, nein sie können eine Heldin sein und vor allem sie können tun was sie wollen, ohne bevormundet zu werden. Natürlich birgt dies auch einige Gefahren, über die sich unsere Teenies aber gar nicht bewusst sind.

Der nächste Punkt ist allerdings mindestens genauso wichtig, denn was für Mann (nicht immer, aber oft) das Auto ist, ist für Kinder die Konsole. Ein Statussymbol also. Ich meine sind wir mal ganz ehrlich zu uns selbst, keiner von uns fand es toll zur Schule gehen zu müssen, ohne die Sachen zu haben die gerade angesagt waren. Vor allem nicht, wenn man dann auch noch ausgegrenzt oder gemobbt wurde. Tja und so ist es auch heute noch, nur das es sich nicht mehr auf Markenklamotten beschränkt, denn gehören auch schon lange hochwertige Handys (zum Beispiel die mit dem angebissenen Apfel) oder auch Konsolen dazu. Man möchte schließlich nicht rot anlaufen müssen, wenn der Kumpel fragt “Hast du Need for Speed“ für die PS3, da man gar keine hat.

Also in der Zusammenfassung sind es also mehrere Gründe: Statussymbol, sich behaupten können, in seine eigene Welt zu fliehen, abzuschalten und sich von den Erwachsenen abzugrenzen. Ich denke das umschreibt erst einmal ganz gut, was Kinder so sehr an Konsole und PC fasziniert.

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