Heavy Rain

Origami
Quantic Dream bereicherte uns im Jahr 2010 mit seinem ersten interaktiven Film, der mit dem Titel Heavy Rain auf den Markt kam. Hiebei handelt es sich um einen Exklusivtitel für die Playstation 3, der eines Blickes würdig ist.

Gestern bin ich endlich mal wieder los gezogen, um mir ein neues Spiel zu gönnen, denn jeder Spieler kennt das, die Liste mit den Spielen, die man unbedingt noch haben möchte, wird immer länger statt kürzer. Um dieser also mal ein bisschen Einhalt zu gebieten, habe mich auf den Weg gemacht um mir Heavy Rain zu zu legen.

Im örtlichen Elektrofachgeschäft also angekommen, habe ich mal wieder festgestellt, dass ich gerade noch das letzte Spiel ergattern konnte. Stolz wie Oscar also zur Kasse und dann, wir müssen noch einkaufen. NEIN!

Was Schlimmeres kann doch nicht passieren oder? Man hat endlich das Spiel in der Hand, dass man unbedingt wollte und dann kann man nicht mal direkt nach Hause und es testen -.-

Nachdem wir dann also noch knapp 1 Stunde, die ich schon hätte spielen können, mit Einkaufen verbracht haben, kamen wir endlich Heim und ich konnte los zocken. Dachte ich zumindest. Doch wie es so auf den neueren Konsolen ist, muss man die Spiele erst einmal installieren. Für gewöhnlich geht das auch immer recht schnell. Heavy Rain jedoch hat wirklich lange für die Installation gebraucht. Da wünscht man sich doch die guten alten Konsolen zurück bei denen es noch einfach Spiel rein stecken und starten war.

Allerdings muss ich sagen, dass man die Installationszeit wenigstens gut überbrückt hat. Denn hier wird einem mitgeteilt, man möchte bitte das quadratische Blatt aus der Packung entnehmen und der Anleitung auf dem Bildschirm folgen.

So war man schon während der Installation damit beschäftigt, ein Origami zu falten und persönlich muss ich sagen, ist das meiner Meinung nach eine tolle Möglichkeit die Spieler zu beschäftigen, hier könnten sich ruhig mehr Entwickler eine Scheibe abschneiden.

Endlich ist die Installation des Spiels dann auch geschafft und ich starte voller Erwartungen und Vorfreude in eine neue Welt, mit dem Grundgedanken: „Endlich mal wieder Beschäftigung für die nächsten Tage“.

Zur Story und Charakteren (Achtung Spoilergefahr)

Heavy Rain startet mit einem jungen Mann, den ihr spielt. Er liegt im Bett und wird gerade wach. Durch einen Zettel auf dem Fußboden erfahrt ihr, dass einer eurer Söhne an diesem Tag Geburtstag feiert und eure Frau noch Einkäufe erledigt und dann die Jungs abholt.

Ihr beginnt also mit den täglichen Aufgaben eines Menschen. Duschen, Zähne putzen, anziehen und so weiter. Der Mann heißt Ethan und ist Architekt, sodass ihr auch die Möglichkeit habt noch ein wenig zu arbeiten. Dies empfehle ich euch sogar, da ihr beim Zeichnen eines neuen Gebäudes einiges über die Quicktime Events und die grundsätzliche Steuerung erfahrt.

Zu Beginn scheint somit auf jeden Fall alles sehr harmonisch und idyllisch zu sein. Bis die Familie ein tragisches Schicksal ereilt. Durch dieses Unglück trennen sich Ethan und seine Frau. Am Rande bekommt man auch hier schon mit, dass ein Killer sein Unwesen in der Stadt treibt. Dieser bringt grundsätzlich Kinder um, indem er sie ertränkt. Anzeichen von Gewalttaten gibt es hierbei jedoch nicht. Die Leichen hinterlässt er immer mit einer Orchidee in der Hand und einer Origami Figur in der anderen. Diese Vorgehensweise brachte ihm den Namen Origami-Killer ein.

Als dann eines Tages der zweite Sohn von Ethan, Shaun verschwindet, liegt der Verdacht nahe, dass der Origami-Killer hinter all dem steckt. Ethan der furchtbar in Sorge um seinen Sohn ist, macht sich somit auf diesen zu retten. Hierbei bekommt er immer wieder Hinweise bzw. Prüfungen durch den Killer, der das Ganze offensichtlich als ein Spiel ansieht.

Im Laufe der Story wechselt ihr immer wieder die Charaktere, so spielt ihr nicht nur Ethan, sondern auch noch drei weitere Personen, die scheinbar auf ihre Art und Weise mit dem Killer oder dem Vorgang in Verbindung stehen.

Ethan Mars

Er ist Architekt und hatte einst ein normales Leben mit Frau und zwei Kindern. Als dies scheinbar durch eine Katastrophe zerstört wird, trennt er sich von seiner Frau. Eine richtige Beziehung zu seinem zweiten Sohn Shaun aufzubauen fällt dem jungen Mann nicht leicht. Dies wir durch psychische Probleme in Form von Depressionen und Black-Outs, bei denen er nicht mehr weiß, was er getan hat noch erschwert. Dennoch versucht er alles, um seinen Sohn vor dem Origami-Killer zu retten.

Scott Shelby

Scott Shelby ist ein vorzeitig pensionierter Polizist, der sich als Privatdetektiv selbstständig gemacht hat. Über seine Persönlichkeit ist nicht viel zu sagen, außer das er hilfsbereit zu sein scheint und den klassischen Detektiv darstellt, so wie man sich ihn vorstellt. Im Auftrag der Angehörigen, der bisherigen Opfer, ermittelt er in diesem Fall.

Norman Jayden

Er arbeitet für das FBI als Profiler. Um die hiesige Polizei in dem Fall „Origami-Killer“ zu unterstützen, kommt auch er mit den Tatorten und dem Sachverhalt in Verbindung. Für die Ermittlungsarbeiten nutzt er eine Hightech-Brille und einen Handschuh mit Namen ARI. Im Laufe des Spiels wird man erfahren, dass er von der fiktiven Droge Triptokain abhängig ist und immer wieder mit Sucht, wie Entzugsproblemen kämpft. Während der laufenden Ermittlungen kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen durch die Verhör- und Ermittlungsmethoden, die Carter Blake an den Tag legt.

Madison Paige

Madison ist eine junge Fotojournalisten. Durch eine chronische Schlafkrankheit übernachtet sie immer wieder in Motels, da sie laut eigener Aussage nur hier richtig zur Ruhe kommt und schlafen kann. Dort wird sie irgendwann auf Ethan Mars treffen und durch diese Bekanntschaft ebenso in den Fall „Origami-Killer“ verwickelt. Auch sie wird Ermittlungen anstellen und versuchen heraus zu bekommen, wer dieser Killer ist.

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Ihr werdet während des Spiels zwischen diesen vier Charakteren Wechseln und immer wieder die verschiedensten Hinweise finden. Das Spiel selber ist in das Genre interaktiver Film einzuordnen und wäre meiner Meinung nach ein guter Psycho Thriller. Ihr werdet immer wieder auf die falschen Fährten gelockt und müsst euch beweisen. Allerdings muss ich gestehen, dass das Game zwischendurch schon ein wenig abgedreht ist und durch die Prüfungen und Aufgaben schon fast ein wenig in die Richtung Saw geht. Dennoch bietet es euch immer die Möglichkeit Prüfungen, die ihr nicht machen wollt auch nicht zu machen.

Ihr spielt interaktiv und könnt eure eigenen Entscheidungen treffen. Das bedeutet auch, dass ihr grundsätzlich nichts falsch machen könnt, denn jede Entscheidung treibt den Verlauf des Spieles weiter an. So habe auch ich mich dazu entschieden eine spezielle Prüfung nicht zu machen, da sie mir persönlich zu krank war.

Besonders interessant fand ich es, wie gut und wie schnell man sich in die einzelnen Charaktere hineinversetzt. Denn durch die 4 verschiedenen Protagonisten des Spiels hatte ich Vorab schon meine Zweifel daran, ob man überhaupt einen Bezug zu den einzelnen Personen aufbaut. Das Spiel hat mich dann aber in eine Situation gebracht, in der mir sehr schnell auffiel, dass es offensichtlich möglich ist.

Ein Beispiel: Irgendwann im Spiel, kam ich in eine Szene, in der ich mit Madison das Zimmer von Ethan durchsuchen konnte. Da ich diesen Mann gerade erst kennengelernt hatte und nichts über ihn wusste, schien es mir auch vollkommen ok zu sein, mich über ihn schlauzumachen. Als ich dann aber wieder in die Rolle von Ethen schlüpfte, habe ich Madison sofort misstraut, weil mir der Gedanke fremd war, dass sie in meinen Sachen rumgeschnüffelt hat.

Das zeigt mir persönlich das man es schafft sich sehr gut auf jeden Charakter, den man spielt, einzulassen und man für diesen auch selber Partei ergreift. Sehr faszinierend finde ich, wie einem die eigene Psyche scheinbar hier einen Streich spielt, denn man denkt und handelt auf einmal, wie der jeweilige Charakter den man spielt und nicht so, wie man es vielleicht selbst tun würde.

Das Spiel kann entweder über die Move-Edition oder ganz normal mit dem Controller gespielt werden. Ich habe es lediglich mit Letzterem getestet. Hier könnt ihr eure Entscheidungen über verschiedenen Gedanken treffen, die euch über euren Charakter angezeigt werden. Alternativ sind viele Aufgaben mit Quicktime Events zu bestreiten.

Des Weiteren verfügt Heavy Rain über eine vollständige Sprachausgabe und hat durch die 19 verschiedenen Enden, einen hohen Wiederspielwert für uns.

Mein Fazit: Heavy Rain würde ich auf jeden Fall weiter empfehlen, es hat mich ziemlich schnell in seinen Bann gezogen und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu spielen, wodurch ich auch leider nur einen Tag und nicht wie ich dachte, mehrere Tage beschäftigt war. Das Spiel schickt einen immer wieder auf falschen Fährten und spielt mit einem.

Es ist toll gemacht und man fühlt sich wie in einer ganz anderen Welt. Wer sich also für Spiele interessiert, in denen man Rätsel lösen muss, verschiedene Kämpfe bestreitet, wie auch Geschick beweisen muss, die zusätzlich noch eine gute Story haben, der sollte nicht auf Heavy Rain verzichten.

Der einzige Kritikpunkt ist wohl, dass das eigene Gameplay ein wenig geringer ausfällt als man es sonst so kennt. Dafür ist es halt ein interaktiver Film.

Wer keine Lust dazu hat, den kompletten Beitrag zu lesen oder sich noch etwas näher informieren möchte, der findet hier meinen Podcast zu Heavy Rain.

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